Meine Themen für Bramsche!
Ärztliche Versorgung
Eines der wichtigsten Themen der nächsten Jahre wird die Sicherung der (haus-)ärztlichen Versorgung in Bramsche. In der Gesundheitspolitik wird natürlich vieles wird auf höheren politischen Ebenen entschieden. Aber was wir an kommunalen Rahmenbedingungen schaffen können, das müssen wir auch versuchen, zum, Beispiel durch ein im Rat gemeinschaftlich beschlossenes Stipendium für Medizinstudierende an der geplanten neuen Hochschule Osnabrück, um junge Menschen so an Bramsche zu binden.
Das konkreteste Projekt ist aber zweifellos unser Ziel, auf dem VHS-Gelände an der Jägerstraße in der Gartenstadt einen „Gesundheitscampus“ zu entwickeln. Hier sollen nicht nur Ärzte und eine Apotheke Platz finden, sondern idealerweise noch weitere Angebote wie Physiotherapeuten oder Hebammen.
Wohnen in Bramsche
Zur kommunalen Daseinsvorsorge gehört auch bezahlbarer Wohnraum. Wir werden nach meiner Einschätzung im kommenden Jahrzehnt den Eigenbestand an kommunalen Wohnungen sanieren und evtl. weiter ausbauen. Das sind enorme finanzielle Herausforderungen, gerade angesichts der absehbar sinkenden Einnahmen bei der Gewerbesteuer und bei Schlüsselzuweisungen des Landes. Aber es ist aus sozialen Gründen unabdingbar.
Auch neue Baugebiete in den Ortsteilen sollen geplant werden. Hier sind die geringe Verfügbarkeit von Flächen sowie die hohen Kosten derzeit ein Problem. Zusätzliche Bauplätze entstehen zunehmend durch Nachverdichtung in bestehenden Siedlungen, das möchte ich durch die Überarbeitungen weiterer älterer Bebauungspläne konsequent weiter vorantreiben. Hierbei helfen kann uns der vom Bund auf den Weg gebrachte „Bauturbo“.
Wirtschaft
Bramsche ist ein starker Wirtschaftsstandort. Durch einen guten Branchenmix, die erstklassige Verkehrsanbindung (Straßen und Schiene), eine sehr gute Wirtschaftsförderung, die Nähe zu Osnabrück sowie die im Vergleich zum Oberzentrum deutlich niedrigere Gewerbesteuer und Mieten sind wir interessant sowohl für potentielle Neubürgerinnen und Neubürger als auch für Unternehmen. Auch zukünftig sollen unsere Gewerbegebiete weiter wachsen und neue erschlossen werden.
Ich würde dabei gerne versuchen, zusätzlich zum klassischen Gewerbe auch Start-up-Unternehmen verstärkt für Bramsche zu interessieren. Dadurch würde die Wirtschaft noch breiter aufgestellt. Außerdem könnte es dadurch gelingen, jüngere Menschen für Bramsche zu interessieren. Hier können wir natürlich auch mit unserer sehr guten Kita- und Schullandschaft punkten.
Kita & Schule
Das Angebot an Kitaplätzen in Bramsche ist vorbildlich. Mir war immer wichtig, Angebote über das gesamte Stadtgebiet verteilt vorzuhalten und verschiedene kirchliche und freie Träger zu berücksichtigen. Durch die jüngsten Rückgänge bei den Geburtenzahlen haben wir sowohl bei den U3- als auch bei den Ü3-Gruppen sogar freie Plätze. Das ermöglicht uns, den Einrichtungen mehr Platz für Rückzugs- bzw. Ruheräume und weitere pädagogische Angebote zu ermöglichen, für die derzeit oft der Raum fehlt. Zudem können wir flexibel reagieren, wenn die Geburtenzahlen sich wieder erhöhen oder mehr junge Familien neu nach Bramsche ziehen.
Die Schullandschaft in Bramsche ist ebenso vielfältig. Neben den Grundschulen haben wir mit Förderschule, Hauptschule, Realschule, Gesamtschule und Gymnasium ein komplettes Angebot, das durch alternative Schulformen wie die Hofschule Pente oder die Waldorfschule in Evinghausen noch erweitert wird.
Zu einer integrierten Gesamtschule gehört normalerweise eine Oberstufe, die aus verschiedenen Gründen in Bramsche bisher nicht realisiert werden konnte. Hier möchte ich Gespräche mit der IGS, dem Gymnasium und dem Landkreis als zuständigem Schulträger sowie der sehr aktiven Elternschaft führen, um zunächst eine Kooperation der IGS mit der Oberstufe des Gymnasiums zu ermöglichen. Dadurch würden zusätzliche Angebote entstehen, ohne dass die Schulen sich gegenseitig Konkurrenz machen. So könnte auch das für eine gemeinsame Arbeit gedachte Oberstufengebäude optimal genutzt werden.
Wichtig bei schulpolitischen Debatten sind mir immer möglichst sachliche Diskussionen und am besten ein breiter Konsens über die Parteigrenzen hinweg, so dass langfristige Lösungen zu Stande kommen.
Stadtentwicklung, Umwelt und Innenstadt
Die Entwicklung des Bahnhofsumfelds zu einem neuen Stadtteil, in dem bis zu 1.000 Menschen leben und arbeiten könnten, ist das größte und ehrgeizigste Unterfangen in der Stadtentwicklung der kommenden ca. 15 Jahre. Mit einem Volumen von (aktuell) knapp 50 Millionen Euro, davon 2/3 gefördert von Land und Bund, würden Gesamt-Investitionen von ca. 150 Millionen Euro ausgelöst. Das Projekt bietet enorme Chancen, aber, das gehört zur Ehrlichkeit dazu, auch Risiken, vor allem bei der weiteren Kostenentwicklung. Daher muss "auf der Strecke" immer wieder der prüfende Blick möglich sein, um im Einzelfall zu sagen: Das wäre schön, aber das können wir uns gerade nicht leisten.
Wenn wir Flächen für Wohnungsbau oder Gewerbe versiegeln, möchte ich an anderer Stelle entsiegeln oder „entpflastern“. Über die vorgeschriebenen Ausgleichsmaßnahmen hinaus. Dafür kommen beispielsweise einige Schulhöfe in Frage, die bei einer Neugestaltung naturnaher gestaltet werden können. Das wäre nicht nur ein konkreter Beitrag zum Klimaschutz, sondern schafft auch schönere Plätze für Kinder und Jugendliche. Großartige Anregungen zum diesem Thema kommen von der Initiative „Runder Tisch Natur“ in Bramsche, deren Hinweise und Ideen ich gerne aufnehmen werde.
Das stelle ich mir aber auch in hohem Maße für die Bramscher Innenstadt vor. Denn die veränderten Einkaufsmöglichkeiten (online-Shopping) wirken sich natürlich auch auf den Einzelhandel bei uns aus. Dieser Trend wird sich zukünftig nicht nur fortsetzen, sondern weiter verstärken. Das mag man bedauern, es ist aber die Realität. Daher muss das Ziel sein, die Bramscher City mit mehr grün und noch mehr Aufenthaltsqualität weiterzuentwickeln. Ganz wichtig dafür ist ein barrierefreier Kirchplatz, der gerade entsteht. Dass Senioren, Eltern mit Kinderwagen oder Menschen mit Rollatoren oder Rollstühlen endlich diesen Platz vernünftig nutzen können, ist für mich eine ganz großartige Sache.
Und viel wichtiger übrigens als die Frage, ob der „Bramscher Brunnen“ künftig einmal um die Ecke aufgebaut wird und auf dem Kirchplatz dann an gleicher Stelle eine schöne Sitzbank steht.
Lebendige Dörfer
Die Vielfalt der verschiedenen Ortsteile macht Bramsche aus. In Sögeln, Pente oder Evinghausen haben die Menschen durchaus eine eigene Perspektive und andere Themen als etwa in Bramsche-Mitte. Als Eper kenne und schätze ich gerade diese dörflichen Strukturen. Mir ist deshalb sehr wichtig, auch die Ortsteile immer gleichermaßen im Blick zu behalten. Das muss beim weiteren Ausbau des ÖPNV eine Rolle spielen, bei der Ausweisung von Bauplätzen, aber auch durch Förderprojekte. So ist es mein festes Ziel, dass neben dem Gebiet Achmer/Ueffeln/Hesepe/Sögeln im kommenden Jahr auch das Kirchspiel Engter die Möglichkeit bekommt, sich um die Aufnahme in ein neues Förderprogramm des Landes für den ländlichen Raum zu bewerben.
Ehrenamt
Entscheidende Faktoren im Ortsleben, sowohl in der Innenstadt als auch in den Dörfern, sind die unzähligen Vereine, Verbände und Initiativen, die sich für die Menschen in unserer Stadt engagieren: das Ehrenamt.
Das Engagement der vielen dort aktiven Menschen ist für mich entscheidend für das Zusammenleben und das gute Miteinander vor Ort. Sie sind der Kitt unserer Gesellschaft. Eine besondere Rolle dabei spielt die Feuerwehr, die zusätzlich für unser aller Sicherheit einsteht. Die Feuerwehrkameradinnen und -kameraden für ihre Einsätze immer optimal auszustatten und bestmöglich zu unterstützen, ist mir ein besonders wichtiges Anliegen. Dies ist mit erheblichen Investitionen verbunden. Nach dem Neubau in Epe-Sögeln steht als Nächstes ein Neubau der Ortsfeuerwehr Bramsche-Mitte auf dem Plan - ein Projekt, das ich gemeinsam mit Politik, Verwaltung un dem Stadtkomando in den kommenden Jahren anpacken will.
Eine zentrale Rolle in Bramsche spielt auch der Sport. Daher stehe ich klar dafür ein, die Nutzung unserer kommunalen Sportanlagen weiterhin kostenfrei für Vereine zu lassen, anders als in anderen Kommunen.
Erfolgreiche Sportlerinnen und Sportler werden seit vielen Jahren mit der Bramscher Rose geehrt. Ich schlage vor, diese Ehrung künftig weiterzuentwickeln und einen „Ehrenamtspreis“ der Stadt Bramsche ins Leben zu rufen. Hier könnten dann neben dem Sport auch Menschen aus anderen Bereichen des Ehrenamts gewürdigt werden, zum Beispiel in Kategorien wie „Rettungswesen“ oder „Soziales, Kultur und Brauchtum“. Ein entsprechendes Konzept möchte ich gerne mit allen Beteiligten und der Politik gemeinsam entwickeln.
Verwaltung weiter modernisieren
Eine gut aufgestellte Stadtverwaltung ist für alle wichtig. Durch die Digitalisierung, auch den Einsatz von KI, gibt es viele Möglichkeiten, den Service für Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen und Vereine weiter zu optimieren. Aus meiner Tätigkeit als Regierungsdirektor in der Zentralabteilung des NRW-Familienministeriums habe ich langjährige Erfahrungen, die ich künftig gerne für unsere Heimatstadt Bramsche einbringen würde. Auch wenn bei allem technischen Fortschritt für mich eines klar ist, in der Verwaltung genauso wie in der ganzen Gesellschaft: Am Ende müssen immer Menschen für Menschen da sein.